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Das Bootshaus

Als wir ( eine Gruppe Wörgler Kajakfahrer ) den Verein im Jahr 1999 übernommen hatten, dauerte es nicht lange und der Gedanke eines eigenen Bootshauses war geboren. Auch das Objekt der Begierde war schnell gefunden. Obwohl nur wenige, unseres damals 20 Mitglieder umfassenden Vereins, von der Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens überzeugt waren, wurde zielstrebig an der Umsetzung dieses Projektes gearbeitet.Direkt am Ausstieg der Brandenberger Ache gelegen, wurde der „Schuppen“ auch gleich in der ersten Saison von sämtlichen Mitgliedern und solchen die es später noch werden sollten, als Ausgangspunkt für sämtliche Ausfahrten genutzt. Vielfach wurden auch Boote eingelagert. Besonders beliebt war dieser Treffpunkt in der kalten Jahreszeit, um sich nach einer frostigen Tour wieder so richtig aufzuwärmen.
Doch bereits damals war klar, dass dieses Gebäude baufällig war und in absehbarer Zeit erneuert werden musste. Nachdem bereits Pläne erstellt ( Michael Dluhy ) und ein maßstabgetreues Modell von Tom Schlögl angefertigt worden war, konnten auch einige ( wenige ) von der Durchführbarkeit dieses Vorhabens überzeugt werden. Im Frühjahr 2003 machte allerdings ein maßlos überzogener Grundstückspreis von 7000 € dem vermeintlichen Glück einen Strich durch die Rechnung. Wir mussten uns nach einem neuen Standort umsehen.Völlig überraschend kam dann im Winter 2003/04 der Anruf des Besitzers, er würde für 6000 € verkaufen und auch die Nebenkosten könnten erheblich gesenkt werden.

Es wurde nicht lange überlegt, die Verträge wurden unterschrieben, die zuständigen Behörden von unserem Vorhaben informiert und sämtliche Geldquellen angezapft. Wir rechneten mit Gesamtkosten von 20.000 €. Nicht zuletzt der überraschenden Spendenbereitschaft unserer mittlerweile 40 Mitglieder war es zu verdanken, dass nahezu 10.000 € an Eigenkapital zur Verfügung standen. 7000 € wurden über einen Kredit vorfinanziert und sollten in den Jahren 2004 und 2005 zurückbezahlt werden.

Ende März 2004 war es dann soweit. Das altehrwürdige Bootshaus wurde mit roher Gewalt mehr als dem Erdboden gleich gemacht. Im Anschluss daran wurde unverzüglich mit den Arbeiten für das Fundament und die zwei hangseitigen Wände begonnen. War das Betonieren des Fundamentes schon ein Erlebnis ( die bachseitige Stützmauer hatte nachgegeben ), wurden die beiden Wände zum absoluten Nervenkitzel. Obwohl uns anfangs von den Mischwagenfahrern ein großes Lob für unsere Stützkonstruktion ausgesprochen wurde, drohte die gesamte Füllung im wahrsten Sinne des Wortes, den Bach hinunter zu rinnen. Unter dem Druck von 14 m³ Beton ächzte und knarrte unsere Konstruktion, wobei sich 2 cm dicke Stahlwinkel so verformt hatten, als wären sie aus Butter.
Und doch, im Endeffekt hat alles gehalten !
Unter tatkräftiger Mithilfe und strenger Polieraufsicht unseres Maurers Dipl. Ing. Wolfgang Haibach wurden die fehlenden zwei Grundmauern nun in Ziegelbauweise errichtet.Endlich kamen wir zum angenehmeren Teil der Arbeit, den Holzarbeiten. Anhand des Modells konnten sämtliche Bauteile millimetergenau in der Tischlerei Schlögl bereits vorgefertigt werden. Mit allen fahrbaren Untersätzen und meistens hoffnungslos überladen, wurde alles nach Kramsach transportiert. Dort war es nun ein Einfaches, die nummerierten Balken laut Plan zusammenzufügen und Bauteil um Bauteil aufzubauen. Noch vor den Sommerferien konnten sämtliche Arbeiten an der Außenfassade, dem Dach sowie der Isolierung abgeschlossen werden. Auch Fenster und Türen wurden bereits gesetzt.
Nach einer 2monatigen Regenerationspause wurde schließlich der Innenausbau in Angriff genommen. Eine Bar und eine gemütliche Eckbank komplettierten im Frühjahr 2005 diese Ausbaustufe. Durch großzügige finanzielle Unterstützung des ASKÖ und des Landes Tirol konnten mittlerweile alle Schulden zurückbezahlt und Anfang Dezember 2005 sogar ein Stromanschluss installiert werden.

 

Nach ca. 2500 Arbeitsstunden und ungefähr 25.000 € an Investitionen können wir nun ein Bootshaus unser Eigentum nennen, das so in Österreich sicher einzigartig ist. Nur Dank der Mithilfe unserer Mitglieder, ob finanziell oder durch Bereitstellung der Arbeitskraft, konnte dieses Projekt verwirklicht werden. Es liegt nun an uns darauf zu achten, dass uns dieses Schmuckkästchen so lange wie möglich in diesem Zustand erhalten bleibt.

 

 

Verfasser: Gery Braune